Sonntag, 30. März 2008

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Sechs Monate Berlin liegen hinter mir. Jetzt geht es mit ambivalenten Gefühlen zurück in das idyllische Unistädtchen Ilmenau. Dies ist mein letzter Eintrag.

Abschiedskitsch

Im Laufe dieses ereignisreichen Semesters im Allgemeinen und im Laufe der letzten nicht minder ereignisreichen Tage im Besonderen habe ich einiges gelernt. Die Quintessenz der Erkenntnisse der zuletzt erwähnten Kategorie lässt sich wie folgt umschreiben:


Berlin ist eine tolle Stadt mit vielen tollen Menschen. Ich werde wiederkommen - früher oder später.

Das Leben ist voller Zufälle. Zwei Menschen, zwei Geschichten, viele Parallelen.

Das Leben ist voller Überraschung. Manche werden im ersten Moment als positiv empfunden, manche als negativ. Tatsächlich fällt es zuweilen schwer darüber zu urteilen. Allerdings nicht immer ;-)

Außerdem konnte ich mich endlich dazu entschließen, mein altes Portmonee durch ein schönes neues zu ersetzen. Es war irgendwie an der Zeit.


Soviel dazu. Ich bin dann weg.

Sonntag, 16. März 2008

The revival of the fittest

Was gibt es schöneres, als an einem Sonntagmorgen ein herzhaftes und gesundes Frühstück einzunehmen?

Richtig! Ein herzhaftes und ungesundes Frühstück einzunehmen.

Die kulinarische Kultur der londoner Randbezirke hat mich (und nicht nur mich) in ihren Bann gezogen.

Sonntagmorgen: Ein Festmahl

Frühstück auf die englische Art

Samstag, 15. März 2008

Selbst ist die Frau

*Klatsch!*

Auch wenn die Musik sehr laut war - die Ohrfeige war lauter.

Zum Glück hab ich sie nicht abbekommen ;)

Mittwoch, 5. März 2008

Wetterbericht

Dass es geschneit hat, sieht man nur noch an den Schneeresten im Schatten. Ansonsten herrscht frühlingshafter Sonnenschein. Perfektes Wetter, um auf ein paar Bildern meine alltägliche Aussicht festzuhalten.

So wird das mit dem Bewässern nichts:

Nebensächlich beim Pflanzen gießen: Wassertemperatur

Dann heißt es jetzt also auf den Sommer warten.

Der wolkenlose Himmel am heutigen Tag gibt bereits einen Vorgeschmack.


Fernsehturm vor wolkenlosem Himmel Berlins

Montag, 3. März 2008

Exkurs: London

Die Nähe zu einem Flughafen nutzend reiste ich vergangenes Wochenende mit Cindy und Martin nach London - von einer Hauptstadt in die andere. Was sind die Unterschiede?

Mitbringsel von der Insel: Kleingeld und Tickets

1. Die Kluft zwischen arm und reich scheint in London weiter zu klaffen. Während Deptford wie aus der Zeit der Industrialisierung anmutet, glaubt man, sich in Canaray Wharf im Jahre 2020 zu befinden.


oben: Deptford, unten: Canary Wharf


2. Das öffentliche Leben in London ist hektischer, voller und multikultureller.


Portobello Road Market

3. Die Preise in London sind teurer - immer.
4. Die öffentlichen Verkehrsmittel in London sind am Wochenende extrem unzuverlässig, auf Grund von sogenannten "improvement works" (dafür hat man Zeit, sich die tausenden Plakate in den U-Bahnstationen anzugucken). Außerdem sind die U-Bahnen nicht nur voller, sondern auch enger gebaut. Um es positiv auszudrücken: Der nächste S-Bahnstreik wird mir nicht mehr als ein müdes Lächeln entlocken können.


subtiler Hinweis an die unzufriedenen Hauptstadtbewohner

5. Die Briten fahren links statt rechts. Kann anfangs äußerst verwirrend sein.



6. Die Zeit hinkt der deutschen eine Stunde hinterher.
7. Muttertag ist am 2. März.
8. Das Essen besteht hauptsächlich aus Fett, Zucker oder beidem. Was (in Maßen) durchaus gut schmecken kann. So probierte ich am ersten Tag Frühstücksmenu "B" für 3,80GBP: Bacon & Beans, 2 Spiegeleier, 1 Wurst, Pommes, 2 Weißbrotscheiben (dick mit Butter bestrichen), dazu eine Tasse Kaffee. Das reichte bis zum späten Nachmittag. Wie man aussieht, wenn man das jeden Tag isst, konnte ich am korpulenten Bauarbeiter am Tisch nebenan beobachten, der das gleiche bestellt hatte.
9. Die Pubs schließen deutlich früher und gegen 24 Uhr fahren die letzten Züge. Gegen halb zwölf leerte sich der Pub, der bis dahin brechend voll gewesen war, in einem Tempo, das fast schon gespenstisch war.


Nach dem ersten Bier

Fazit: Trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser Unterschiede hat es mir London angetan. Von einer Wahnsinnsstadt in die nächste zu fahren ist sehr interessant, aber jetzt brauche ich erstmal Urlaub vom Urlaub. Im relativ ruhigen Berlin geht das vorzüglich.

Freitag, 22. Februar 2008

Neues vom orientalischen Erlebnisfrisör

Es ist immer wieder ein Vergnügen bei meinem Lieblingscoiffeur einzukehren. Besonders, wenn man was dabei lernen kann. Heute: Umgang mit Kindern.

Der türkische Frisör weiß seine Fingerfertigkeit bei der Kreation schneidiger Kurzhaarschnitte für Männer durchaus zu demonstrieren. Dessen ungeachtet erfordert es darüber hinaus eine gewisse sprachliche Sensibilität, wenn man es mit kleinen Kunden zu tun hat.

Als der Junge, der zwei Stühle neben mir sitzt, ob des bärtigen Mannes mit der Schere zu weinen beginnt, gelingt es diesem, ihm mit einer subtilen Bemerkung seine Angst zu nehmen.

"Isch hab Frage: Bist du Angsthase?"

Jahrelange Erfahrungen haben den Blick des Haarpädagogen geschult. So entgeht ihm keine potentielle Gefahr für den kleinen Kunden. In zackigem Ton fährt er den jungen Mann, der inzwischen ganz ruhig geworden ist, mit rauer Stimme an:

"Mach den Mund, zu sonst kommen da Haare rein!"

Es kommt der Zeitpunkt, da meine Frisur vollendet ist und ich den Coiffeur entlohnt habe. Ich nehme meine Jacke und verlasse den Laden - beeindruckt von soviel sprachlicher Eleganz und so tiefem Einfühlungsvermögen; stolz, weil ich nicht geweint habe, als das billige Aftershave dezent auf meiner Haut brannte.

Sonntag, 17. Februar 2008

HU SAP

Und siehe da: es geht besser.

Gestern waren wir in der Mensa-Nord auf der Semesterabschlussparty der Humboldt-Universität. Erster Gedanke: Endlich wieder unter Altersgenossen. Zweiter Gedanke: sieht fast genauso aus, wie die Mensapartys in Ilmenau, nur mit leicht höherem Frauenanteil. Außerdem glaube ich immer mehr, dass Berlin einfach nur ein großes Dorf ist, nachdem ich heute schon wieder jemanden (den ich vom Sport kenne) unerwartet getroffen habe.

Traurig, weil das Semester schon zuende ist: Studenten

Auch wenn die Feier sehr lustig war, im Nachhinein finde ich es garnicht so gut, dass das Semester schon fast vorbei ist. Denn im Prinzip gefällt es mir hier recht gut.

Trotz der insgesamt guten Stimmung gibt es immer einige, die nicht ganz ohne negative Schwingungen auskommen. In Berlin kann man das jeden Tag beobachten. Gestern wurde ich unfreiwillig Zeuge eines besonders anschaulichen Beispiels, das ich euch nicht vorenthalten möchte.

Ein gut gelauntes Berliner Alphamännchen tanzt ganz ungezwungen alle Frauen an und scheint dabei viel Spaß zu haben. Sein Alter schätze ich auf 18-25. Dann tanzt er jedoch eine Frau an, die mit ihren vier Kumpels da ist. Denen bereitet das nicht so viel Freude. Also schubst einer von ihnen das südländische Alphamännchen mit einem kräftigen Hüftschwung bei Seite. Dieses erwidert den Hüftschwung mit einem etwas heftigeren Hüftschwung, usw. usf. Etwas später haben die Kumpels der Frau sich schützend vor sie gestellt. Aber Romeo geht es inzwischen garnicht mehr um seine Julia, sondern nurnoch um seine angekratzte Ehre. Als er merkt, dass er den vieren körperlich nicht ganz gewachsen ist, zückt er sein schickes Handy. Während er also telefonierend vor den vier Freunden der Frau steht, weicht zunehmend die Farbe aus deren Gesichtern. Natürlich weiß niemand, wen er angerufen hat oder was er ihnen gesagt hat, aber offensichtlich war es den vier Bodyguards nicht ganz Recht, denn sie versuchten ihn zu beschwichtigen und dazu zu bringen das Telefon aus der Hand zu legen. Nach einer langen Zeit dieses Hin und Hers kam dann ein mächtiger Türsteher und hat das Alphamännchen hinaus geleitet.

Aber das nur am Rande, letztendlich hat es einfach nur sehr viel Spaß gemacht =)