Liebe S-Bahn-Musiker, dieser Eintrag ist euch gewidmet.
Prinzipiell gibt es zwei Arten von diesen Musikern.
Zunächst den künstlerischen: er tritt zu zweit auf, oft mit ausgefallenen Instrumenten, die gut miteinander harmonieren. In der Regel beherrschen die leidenschaftlichen Musiker ihre Instrumente oder ihren Gesang wirklich gut. Darüber hinaus besitzen sie genug Empathie, um die Musik auf die Gefühlslage der Insassen abzustimmen (z.B. leise Berieselung am Morgen, mit schnellerem Tempo gegen Ende). Diesem Typus von S-Bahn-Musiker gibt man gerne ein bisschen Geld, als Zeichen der Anerkennung (es sei denn, man ist armer Praktikant ;).
Dem zweiten Typen von S-Bahn-Musiker gehen nahezu alle dieser Eigenschaften ab. Er tritt allein auf. Er kann weder singen, noch beherrscht er seine ungestimmte Gitarre. Er quält einen zum Feierabend mit krächzendem Gejaule, während man offensichtlich gerade in eine interessante Lektüre vertieft ist. Ich habe kurz überlegt, ob ich ihm Geld gebe, damit er aufhört zu spielen. Dann habe ich es gelassen, da ich vermutete, dass genau das sein Kalkül war.