Sonntag, 16. Dezember 2007

Abstract: Weekend activities included dining, drinking, fighting, brunching, talking and shopping.

Dieses Wochenende war auf mehrfache Weise ungewöhnlich.

Die Verwandtschaft

Zum Einen haben mich meine Schwester und meine Mutter besucht - schonwieder. Ich glaube, sie mögen Berlin. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, in Ilmenau so kurz hintereinander besucht worden zu sein ;)

Zum Anderen habe ich endlich dazu aufgerafft, meine Orangegurt-Prüfung im Jiu-Jitsu abzulegen. Diese zwei Sachverhalte haben dazu geführt, dass ich dieses Wochenende keinen Club von innen gesehen habe (die dritte Ungewöhnlichkeit).

Ich in einem großen Kaffeehaus am Hackeschen Markt

Außerdem habe ich an diesem Wochenende drei neue Restaurants in der Umgebung kennengelernt. Darunter befanden sich ein chinesisches und ein spanisches. Das chinesische hat mich an die vielen anderen China-Restaurants erinnert, die alle beim gleichen Einrichter Kunde zu sein scheinen. Als nette Geste gab es zum Abschied eine Kerze für jeden von uns ("Aus China!"). Sie sind ganz hübsch, aber leider gehen sie nach ein paar Minuten aus, weil der Docht im Wachs versinkt. Das spanische Restaurant hingegen hatte ein tolles Ambiente und ein köstliches kulinarisches Angebot. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich in nächster Zeit wieder dort speisen werde ;)

Zu guter Letzt habe ich heute aus einer spontanen Laune heraus zum ersten Mal ein Stück Sachertorte gegessen. Sehr süß, schokoladig und überaus österreichisch.

So kitschig sieht "mein" S-Bahnhof bei Sonnenuntergang aus

PS: War heute außerdem im alten Postfuhramt und habe die fotografischen, teilweise bitterbösen, aber immer humorvollen Gesellschaftsstudien von Martin Parr in der Ausstellung "Assorted Cocktail" gesehen. Sehr empfehlenswert.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Der Spandauer Weihnachtsmarkt


Auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt - wer hätte es gedacht?

Heute war ich mit Anna-Maria, Lorena und Martin auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt. Er ist sehr groß und ziemlich langgezogen. Im Gegensatz zu anderen Berliner Weihnachtsmärkten (z.B. der in der Wilmersdorfer Straße direkt vor meiner Haustür) finden sich hier auch tatsächlich ein paar interessante Waren an den Ständen. Als Beispiel sei hier der Grünkohl aus dem Brottopf (= ein Topf aus Brot) genannt, der nach dem obligatorischen Glühwein verköstigt wurde.

Außerdem wurde heute eines meiner zahlreichen Stereotype zertört, weil ich bisher nicht geglaubt habe, dass Skinheads Brezel essend auf Weihnachtsmärkten flanieren, wie alle anderen auch.

Und ich hoffe wirklich, dass die nette Verkäuferin, bei der ich ein Crêpe erstand, angemessen bezahlt wird. Ihr gegenüber pries ein Wurstverkäufer lauthals seine Waren an - ohne Mikrofon. Das Mikrofon benutzte er nur, um erwähnter Crêpes-Verkäuferin gut gemeinte Ratschläge zu geben: "Lächel doch mal! - Schon besser!". Die arme Frau tat mir fast Leid.

Samstag, 8. Dezember 2007

Saisonaler Eskapismus

Ich traf einmal einen Oberarzt einer Psychiatrie, der mir beim Smalltalk offenbarte, dass im Winter besonders viele Patienten mit Depressionen eingeliefert werden. Dies sei so, weil zu dieser Zeit weniger Sonnenlicht auf den Menschen wirken kann, das für eine gewisse emotionale Stabilität sorgt. Daher werde in der Psychiatrie viel mit Lichttherapie gearbeitet.

Und wie wir alle wissen, macht Sport ebenfalls glücklich.

Meine persönliche Selbsttherapie bestand also heute in der Kombination von Kickboxfitness und Kino (Sport und Licht). Jedenfalls war ich während und nach dem Film ("The Golden Compass") sehr glücklich, obwohl mir das Ende zu schnulzig war, mich der überflüssige Cliffhanger gestört hat und das Eskapismuspotential sehr hoch war. Wie dem auch sei, mir hat dieser fantasievolle Film überaus gut gefallen. Vielleicht, weil er ansonsten einfach gut gemacht ist. Oder weil wir ihn in der Originalfassung gesehen haben. Oder beides.

Sonntag, 25. November 2007

Ab und zu mal was Neues

Während die Freunde der elektronischen Tanzmusik im Weekend eher das zeitlose, klassische, glattrasierte Gesicht bevorzugten (mich eingeschlossen), waren gestern im Club Moskau überzufällig viele Bartträger zu beobachten (mich eingeschlossen). Sehr inspirierend.
From Berlin

Normalerweise denke ich nicht viel darüber nach, aber nachhinein stelle ich immer wieder fest, wie international diese Stadt ist. Ich war im Club Moskau (gegenüber vom Kino International) mit zwei Franzosen (einer mit Bart, einer ohne) unterwegs und habe mit einem davon (dem bärtigen) hauptsächlich auf englisch gesprochen. Er konnte noch nicht viel deutsch, aber das, was er schon gelernt hatte, war überaus... "französisch" - ich glaube das trifft es ganz gut ;)

Samstag, 17. November 2007

Der abendliche Blick vom Balkon...

... sieht so aus:
From Berlin


War gestern mit meinen Nachbarn im Steinhaus feiern. Nicht der tollste Club, aber schon in Ordnung. Darüber hinaus hat er sehr studentenfreunliche Preise. Eine Nachbarin von mir und ein Nachbar haben auch schon zueinander gefunden. Interessant, wie schnell so etwas gehen kann. Noch interessanter ist die überdurchschnittlich hohe Verbreitungsgeschwindigkeit solcher Nachrichten innerhalb der Etage. Ich scheine in einem Stockwerk mit stark ausgeprägten Kommunikationsstrukturen gelandet zu sein. Finde ich gut.

PS: Mir ist schon klar, dass das Foto sich im Wesentlichen nur durch die Tageszeit von dem letzten unterscheidet. Bestimmt kommen bald wieder interessantere Motive - hoffentlich ;)

PPS: Es gibt sie wirklich, die berüchtigten Einkaufswagendiebe.

Key Learnings Today
1. Im Supermarkt niemals den eigenen Einkaufswagen aus den Augen lassen.
2. Nicht mal für ein paar Sekunden.
3. Immer Einkaufswagenchips statt Eurostücken benutzen.

Dienstag, 13. November 2007

(Äußerst grobe) Typisierung von Musikern, die in Berliner S-Bahnen auftreten

Liebe S-Bahn-Musiker, dieser Eintrag ist euch gewidmet.

Prinzipiell gibt es zwei Arten von diesen Musikern.

Zunächst den künstlerischen: er tritt zu zweit auf, oft mit ausgefallenen Instrumenten, die gut miteinander harmonieren. In der Regel beherrschen die leidenschaftlichen Musiker ihre Instrumente oder ihren Gesang wirklich gut. Darüber hinaus besitzen sie genug Empathie, um die Musik auf die Gefühlslage der Insassen abzustimmen (z.B. leise Berieselung am Morgen, mit schnellerem Tempo gegen Ende). Diesem Typus von S-Bahn-Musiker gibt man gerne ein bisschen Geld, als Zeichen der Anerkennung (es sei denn, man ist armer Praktikant ;).

Dem zweiten Typen von S-Bahn-Musiker gehen nahezu alle dieser Eigenschaften ab. Er tritt allein auf. Er kann weder singen, noch beherrscht er seine ungestimmte Gitarre. Er quält einen zum Feierabend mit krächzendem Gejaule, während man offensichtlich gerade in eine interessante Lektüre vertieft ist. Ich habe kurz überlegt, ob ich ihm Geld gebe, damit er aufhört zu spielen. Dann habe ich es gelassen, da ich vermutete, dass genau das sein Kalkül war.

Samstag, 10. November 2007

Wintereinbruch

Jetzt ist es also soweit. Der Winter ist da.

From Berlin


Erste Vorzeichen konnte ich schon in den letzten beiden Tagen beobachten (Mini-Erkältung, die dank Bier-Heilung schon wieder vorüber ist). Ich muss sie mir zugezogen haben, als ich am Mittwochabend herausgefunden habe, dass ab 1:30 Uhr unter der Woche keine S-Bahnen mehr fahren. Aber wenigstens habe ich so einmal die Nachtbusse kennengelernt - und nicht nur die, aber das ist eine andere Geschichte.

Außerdem weiß ich nun, dass es keine gute Idee ist, nach einer zu kurzen Nacht mit zu wenig Schlaf, zu versuchen Kampfsport zu trainieren (bei dem es unter anderem auf schnelle Reflexe ankommt).

Als wenn das nicht genug wäre, ist mir heute beim Frühstück auch noch eine Zahnfüllung herausgefallen. Interessanterweise haben zwei meiner Nachbarn (die beiden, mit denen ich zufällig gerade am Tisch saß) letzte Woche das gleiche Problem gehabt - scheinbar treibt eine böse Zahnfee ihr Unwesen im Wohnheim.

Fazit: kann eigentlich nur noch besser werden ;)